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Kleines Teilnehmerfeld, aber große Stimmung. So kann man die Rheinland-Meisterschaften der Jugend im Ringen in beiden Stilarten beschreiben, die in der Jahnhalle in Bad Kreuznach ausgetragen wurden. Leider waren nur wenige Sportler an die Nahe gekommen, um die neuen Titelträger zu ermitteln, doch diese Athleten wurden bei ihren Kämpfen von den Fans am Mattenrand lautstark angefeuert. „Schade, aber solche Zuschauer hätten schon mehr Kämpfe und mehr Sportler verdient gehabt“, meinte Oliver Eich, der Abteilungsleiter der Ringer vom Vfl Bad Kreuznach, dem Ausrichter dieser Landesmeisterschaften.

Und in der Tat: 38 Sportlerinnen und Sportler aus drei Teams, das bedeutete einen Minusrekord für Rheinland-Meisterschaften. Im vergangenen Jahr gingen in Boden im Westerwald noch 83 Athleten auf die Matten. Lediglich die WKG Metternich/Rübenach/Boden, der AC Mittel-/Kirchenbollenbach und der Gastgeber, die WKG Untere Nahe, hatten Sportler nach Bad Kreuznach geschickt.

Verwundert war man bei den Verantwortlichen des Schwerathletikverbandes Rheinland vor allem über das Fehlen des ASV Karthause, der statt nach Bad Kreuznach mehrere Sportlerinnen und Sportler auf ein internationales Turnier im dänischen Kolding geschickt hatte. Im vergangenen Jahr war der Koblenzer Verein noch mit fast 40 Athleten bei den Rheinland-Meisterschaften vertreten gewesen und hatte die Vereinswertung gewonnen.

„Das ist nur schwer nachvollziehbar, dass der ASV Karthause es vorzieht, an einem dänischen Turnier statt bei den eigenen Landesmeisterschaften zu starten“, meinte Verbandspräsident Thomas Ferdinand. Zumal solche Meisterschaften ja auch zur Vorbereitung wie auch zur Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften eine wichtige Rolle spielen, fügt er hinzu. Darum sei es eigentlich selbstverständlich, dass ein Verein die Meisterschaften im eigenen Landesverband auch besuche, sagt Oliver Eich, der Jugendreferent des Schwerathletikverbandes Rheinland ist und sich ebenfalls verwundert über das Fehlen des Koblenzer Vereins zeigte. Enttäuscht war ebenfalls Landestrainer Karl-Heinz Helbing. „Ich kann es nicht verstehen, dass man lieber zu einem Turnier im Ausland fährt als zu den Landesmeisterschaften zu Hause. Und ich kann mir auch nicht erklären, was sich der ASV Karthause davon verspricht“, meinte Helbing.

Angesichts des nur kleinen Teilnehmerfeldes wollte Karl-Heinz Helbing den sportlichen Wert dieser Rheinland-Meisterschaften in Bad Kreuznach nicht überbewerten. „Dafür hatten die Sportler zu wenig Kämpfe, um wirklich schon einschätzen zu können, wo die einzelnen Ringer bereits stehen zu Jahresbeginn. Da werden die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften im Februar sicher mehr Aufschluss geben“, gab er zu bedenken. Dennoch: „Bei einigen Sportlern zeigte sich schon Potenzial und da gibt es auch Perspektiven“, ist er überzeugt. Und er fügt hinzu: „Einige der Sportler hier in Bad Kreuznach werden sicher auch in diesem Jahr bei Deutschen Meisterschaften an den Start gehen.“

In der Vereinswertung hatte bei diesen Rheinland-Meisterschaften die WKG Metternich/Rübenach/Boden, die auch die größte Mannschaft in Bad Kreuznach stellte, die Nase vorn. Zweiter wurde die WKG Untere Nahe vor den Ringern vom AC Mittel-/Kirchenbollenbach. Und für diesen Verein hatte der Verband besonderes Lob übrig. „Ich finde es toll, dass ein Verein wie Mittel-/Kirchenbollenbach, der schon lange nicht mehr an den Mannschaftsmeisterschaften teilnehmen kann, weil er dafür nicht genügend Sportler hat, trotzdem das Ringen nicht aufgibt, Jugendlichen aber weiterhin die Möglichkeit gibt, zu trainieren und dann auch an den Rheinland-Meisterschaften teilnimmt“, meinte Oliver Eich. Und Thomas Ferdinand, der Präsident des Schwerathletikverbandes Rheinland, fügt hinzu: „Dieses Engagement ist beeindruckend und auch vorbildlich.“

Die Ergebnisse der Rheinland-Meisterschaften:

Freistil: https://www.liga-db.de/Turniere/LM/2020/DE/200118_BadKreuznach/indexGER.htm

Gr.-röm.: https://www.liga-db.de/Turniere/LM/2020/DE/200118_BadKreuznach1/indexGER.htm